Willkommen

 
Das Glück der Armen Seelen
 
 
Priesterlich ist unser Wirken
einst vom Himmel voller Gnade,
denn die unbefleckte Mutter
weist uns segnend ihre Pfade.
 
Nie gekannte Möglichkeiten
werden sich für uns ergeben,
vielen können wir einst helfen,
die das brauchen Gottes Segen.
 
Oftmals werden wir vermögen
aus der Liebe ohne Ende,
dass ein Mensch, der sonst verloren,
wieder sich zum Heile wende.
 
Himmelsquelle ist die Liebe,
die kein Mensch hier kann erdenken,
sie aus ständig neuen Tiefen
priesterlich wird Leben schenken.
 
 
 Der Apostel Petrus sagt dazu etwas Hervorragendes: "Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum." (1. Pet 2,9) Damit ist das allgemeine Priestertum gemeint, das allen Christen zu eigen ist, und das umso mehr, je mehr sie in der Liebe Christi leben, sodass die Opferliebe Christi aus ihren Herzen segnend und heilend wirkt.
Die christliche Frau ist noch mehr als der Mann naturgemäss vom "königlichen Priestertum" erfüllt. Nicht sakramental ist sie priesterlich, das ist nur der geweihte Priester. Sie ist durch ihre christliche und lebendige Verbindung mit der Liebe Jesu Christi vor allem priesterlich. Ob nun eine solche Frau ein Kind geboren hat oder nicht, in ihr ist immer der liebende Drang, alle zu Gott heimzuführen. Selbst in aufopfernder Liebeshingabe ist sie bereit, sich selbst zu schenken, damit sie das Leben Gottes vermitteln kann.
Es ist widersinnig, wenn darüber heute oft die Rede geht, auch die Frau könne und solle zum Priester geweiht werden. Damit würde die Frau ihr von Gottes Liebe ins Herz geschenktes Priestersein verleugnen, verlieren. Das priesterliche Frauenherz würde zur Unnatur erkalten und könne nicht mehr belebt werden durch geweihtes Priestertum. Nur eine Frau, in der das von Gott geschenkte Priesterherz erstorben ist durch grobe Sinnlichkeit und Egoismus, kann den Gedanken haben, zum Priester geweiht zu werden.
Etwas ganz anderes ist das Weihepriestertum des Mannes. Ein solcher Mann wird auserwählt aus anderen, darum Kleriker, Auserwählter, um dem Hohenpriester Jesu Christi einverleibt zu werden. In ihm soll das Erlöserleben und Erlöserleiden Jesu Christi weitervollführt werden. "Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch", sagte Jesus nach seiner Auferstehung zu seinen Jüngern. Nach diesen Worten hauchte er sie an und sprach: "Empfanget den Heiligen Geist! Welchen ihr die Sünden nachlassen werdet, denen sind sie nachgelassen, welchen ihr sie behalten werdet, denen sind sie behalten." Damit wird ihnen eine Vollmacht übergeben, die nur Gott eigen ist, weil nur Gott Sünden nachlassen kann.
Und als Jesus in seinem Leibe und in seinem Blute sich ihnen zur Speise gegeben hatte auf wunderbare Weise, in Gestalt von Brot und Wein, sagte er zu ihnen: "Tut dies zu meinem Andenken!" Wiederum etwas Unerhörtes: Die Jünger sollen durch ihr Wort den Opferleib und das Opferblut Jesu Jesu vergegenwärtigen! Ein allmächtiges Wort soll aus Priestermund fürderhin vermögen, was weder höchste Engel noch die Muttergottes könnte: Christus herniederrufen in seinem Erlöseropfer. - Wahrlich, die Allmacht und Gewalt des Allmächtigen ist im geweihten Priester zugegen. Nichts ist der Priester aus sich selbst. Aber er lebt ganz in Christus und für Christus. Er lebt aus Christus das Erlöserleben. Darum muss der Priester ein ehefreies und reines Leben führen, um Christus ähnlich zu bleiben, dem er einverleibt ist. Sonst wäre sein Leben ein hässlicher Widerspruch zu seiner Sendung.
Im Himmel nun und vom Himmel aus werden wir alle Kraft des allgemeinen Priestertums wirken können, wie der Apostel Johannes es geschaut hat: "Sie werden Priester Gottes und Priester Christi sein und werden mit ihm regieren." (Offb 20,6) - Wir werden vom Himmel eine königliche und priesterliche Liebe ausstrahlen auf die ganze Schöpfung Gottes. Wir werden da vielen helfen können, die sonst in Not und Verzweiflung zugrundegehen würden.
Besonders wird unser allgemeines Priestertum im Himmel in der priesterlichen Frau, im unbefleckten Herz Mariens sich offenbaren. Das Priestertum Mariens pulst aus der Liebesverbundenheit mit dem göttlichen Herzen ihres Sohnes und aus der Liebesglut ihres höchsten Bräutigams, des Heiligen Geistes. Wir können hier wieder erinnern: Es ist das natürliche Priestertum der Frau, auch in Maria; freilich das glühendste Priestertum, durchbohrt mit dem Schwerte des höchsten Opfers bis unter das Kreuz Jesu. Weil kein frauliches Priesterherz so viel geopfert wie Maria, kann keine Frau mit ihrem natürlichen Priestersein ihr gleichen. Aber Maria ist für alle priesterlichen Frauen das höchste Vorbild.
Mit eigenen Worten zeigt Maria ihr priesterliches Wirken auf in Marienfried: "Ich bin die große Gnadenvermittlerin. Der Vater will, dass die Welt diese Stellung seiner Dienerin anerkennt. Die Menschen müssen glauben, dass ich als die immerwährende Braut des Heiligen Geistes die getreue Vermittlerin aller Gnaden bin."
Damit auch wir, wie sie, priesterlich wirken können, macht Maria uns das aussergewöhnliche Angebot: "Setzt an die Stelle eurer sündigen Herzen mein Unbeflecktes Herz. Dann werde ich es sein, welche die (Gnaden) Kraft Gottes anzieht, damit die Liebe des Vaters Christus neu in euch zur Vollendung bringt."
 
Aus Erinnerungen: Eine priesterliche Mutter
In den wirtschaftlich wieder besseren Nachkriegsjahren lebte in Wien eine Familie, wirklich reich geworden, aber arm im Herzen. Der Ehemann hatte böse Weibergeschichten. Geld spielte keine Rolle. Er war der Chef einer großen Handelsniederlassung. Die Kinder, zwei Buben und zwei Mädel, gut ausgebildet und sportlich, sind bald dem Vater nachgeraten. Sie konnten sich ja alles leisten, wie der Vater immer betonte. Alle Mahnungen und Bitten der Mutter waren vergebens.
Die gute und fromme Mutter suchte tiefere Wege, ihre Familie zu retten, da alles Reden nichts mehr bewirkte. Sie fragte sich immer: Wie kommen meine Lieben einmal in die Ewigkeit hinüber, wenn sie sich nicht bekehren? Sie wusste auch, dass Bekehrungen kaum mehr möglich waren, wenn die bösen Gewohnheiten sich zu sehr eingefressen hatten. Das lüsterne Wohlleben war ja so süß, wie sie sagten. Und immer wieder musste sie hören: "Was willst du denn? Wir leben nur einmal auf dieser Welt, darum müssen wir das Leben ausnützen." - Über das ewige Leben wurde nur gelacht: "An solche Märchen glauben wir nicht mehr."
In ihrer Not und Aussichtslosigkeit bot sich die Mutter dem Heiland als Opfer an. Sie betete: "Mein Heiland, schick mir Kreuz und Leiden, wie du willst, aber rette meine Familie!"
Nach wenigen Jahren, sie war knapp fünfzig, kam eine furchtbare und schmerzliche Krankheit über sie. Es war eine Krankheit, gegen welche die Ärzte bald nicht mehr Rat und Hilfe wussten: schmerzliche Nervenentzündungen im ganzen Körper. Alle Betäubungsmittel lehnte die Frau ab. Sie wusste ja, wofür sie litt.
Ihr Mann kam langsam zur Einsicht und merkte, dass sich die Mutter für die Familie opfern wollte. Allmählich änderte er sein Leben, ging sogar wieder zur Beichte. Noch am Abend vor ihrem Tod kniete er im Spital, vor ihrem Bett, und versprach: "Mutter, ich verspreche dir, ich werde wieder ein guter Christ, wenn du nur gesund wirst." Die Mutter aber konnte ihm nur mit letzter Anstrengung erklären: "Ich danke dir, Vater! Das Opfer muss gebracht werden, damit auch die Kinder wieder zu Gott finden. Ich habe mein Leben Jesus geschenkt, damit ihr alle sicher in den Himmel kommt. Er hat mein Opfer angenommen, jetzt muss es vollbracht werden."
Ein älterer frommer Priester hielt die Beerdigung. Er kannte die Verhältnisse der Familie. Er sagte am Grabe: "Vom Himmel aus wird sie nun für ihre Lieben das erreichen können, was ihr auf Erden nicht mehr möglich war."
Die Kinder und auch ihr Mann dachten freilich: Gott sei Dank, dass sie von diesem hoffnungslosen Leiden erlöst ist! Und bald schien alles wieder vergessen. Das Leben lockte weiter zur Lust und zum Vergnügen, auch wenn es gegen Gottes Willen war. Der Mensch ist doch frei und kann tun, was ihm angenehm ist. Oder warum nicht?
Aber nach mehreren Monaten war dem jüngsten Sohn ein böses Übel passiert: Er hatte sich beim Sport im Hüftgelenk die Sehnen so zerrissen, dass er ein Krüppel zu werden drohte. Da mahnte der Vater: "Die Mutter, die sicher im Himmel ist, kann helfen. Aber wir müssen uns bekehren." - Die Familie traf sich dann regelmässig in der Wohnung des Vaters. Ein vergrößertes Bild der Mutter wurde aufgestellt und mit Blumen geschmückt. Davor machten sie jedesmal zuerst eine kurze Besinnung. - Da stand die älteste Tochter plötzlich auf und sagte: "Wir müssen uns endlich bekehren, das tun, was die Mutter wollte, und was uns allem zum Besten wird!" Der Vater sagte dann mit entscheidender väterlichen Stimme: "Kinder, wir gehen morgen (Sonntag) an das Grab unserer Mutter! Und da sagen wir ihr: Mutter, auf Wiedersehen im Himmel! Wir wollen von jetzt an so leben, dass wir uns sicher im Himmel wiedersehen können!" Es wurde ernst gemacht. Und der jüngste Sohn wurde auch wieder gesund, indem sein Hüftgelenk soweit ausgeheilt war. Gerade er war es, der mir bei seiner Hochzeit das alles erzählte.
(von Pfarrer Hermann Wagner)
 

p>Musik    

 



nach oben