Willkommen

 

Der Himmel
 
 
 
Das Ziel unseres Lebens, die ewige Seligkeit bei Gott
 
 

Schauen wir auf das eigentliche Ziel unseres Lebens, die Heimat unserer Seele, auf die ewige Seligkeit bei Gott im Himmel! Da uns der Herr nach seinem "Bild und Gleichnis" erschaffen hat, werden wir das Übermaß an Freude und Glück nur im Besitz und in der Anschauung Gottes finden, nicht aber auf dieser Welt.

 

Deshalb gab uns die Kirche schon im Kindesalter als Sinn unseres Lebens die Weisung: "Gott zu erkennen, ihn zu lieben, ihm zu dienen und dadurch in den Himmel zu kommen." Sicher ist der Himmel im letzten ein Geschenk Gottes. Trotzdem müssen wir alle Kräfte einsetzen, es zu erlangen, denn "das Himmelreich leidet Gewalt, und nur die sich Gewalt antun, reißen es an sich" (Matth 11,12).

Niemand kommt zum Vater im Himmel außer durch seinen Sohn Jesus Christus, denn "Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn dahingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengehe, sondern das ewige Leben habe." (Joh. 3,16) Für Zeit und Ewigkeit gilt daher sein Wort: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. (Joh 14,6) Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er schon gestorben ist. Wundert euch nicht..., wie der Vater die Toten erweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig." (Joh 5,28,21) Und als er ankündigt, sich selbst - im heiligsten Sakrament - zu schenken, bekräftigt er: "Wer dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit." (Joh 6,58)
 
 
Dann weist Jesus auf die Zeit nach dem Tod hin und verheißt: "Ich bin die Auferstehung" (Joh 11,25) und "gehe hin, euch eine Wohnung zu bereiten. (Joh 14,3) Ich werde euch wiedersehen, und euer Herz wird sich freuen und eure Freude wird niemand mehr von euch nehmen (Joh 16,22) - im Hause meines Vaters..." (Joh 14,2) Damit meint er nichts anderes als den Himmel!
 
Was ist der Himmel?
 
 

Der Himmel - das ist Gott, der Herr, der Dreifaltige, im unendlichen Glanz seiner Herrlichkeit; Gott, den wir unverhüllt schauen - von Angesicht zu Angesicht, den wir zutiefst erkennen, wie er ist. Im Himmel lieben wir Gott vollkommen. Er teilt mit uns seine eigene Glückseligkeit für immer und ewig. Nie mehr werden wir diese Freude verlieren. Da verwirklicht sich das berühmte Wort des heiligen Augustinus: "Wir werden ihn sehen, wir werden ihn loben, wir werden ihn lieben!"

 

Denn als Kinder Gottes werden wir "ihm ähnlich sein" und "ihn schauen, wie er ist", schreibt der Apostel Johannes. (1 Joh 3,2) "Gottes Antlitz schauen, meine Brüder", versucht uns wieder Augustinus zu erklären, "das ist so ergreifend und herrlich, dass nichts anderes uns genügen kann. Gib mir einen Liebenden, und er versteht, was ich meine; gib mir jemand, der sich nach den Quellen der ewigen Heimat sehnt; ein solcher begreift, was ich sage. Aber wenn ich vor lauen, kalten Herzen sprechen muss, verstehen sie meine Worte nicht." Der englische Kardinal Newmann war ein solch Liebender, und er preist Gott für seine Grösse: "Du allein bist unerschöpflich und bietest immer Neues zu erkennen und zu lieben. Nach Millionen von Jahren werde ich Dich so wenig erkennen, dass es mir scheinen wird, als stehe ich noch am Anfang. Und so werde ich in alle Ewigkeit wie ein kleines Kind sein, das den Anfang Deiner unendlichen Gottesnatur zu ergründen beginnt."

 

Noch tiefer führt uns die französische Mystikerin Lucie Christine, die in ihrem Tagebuch schreibt: "O göttliche Natur! Niemand kann aussprechen, was du bist...Alles, was man sagen kann, ist dies: Die höchste Majestät nimmt die Seele ganz in ihre Gewalt, und sie findet ihre Seligkeit darin. Sie fühlt sich von der göttlichen Natur durchdrungen, fühlt, wie sie aus dieser lebt und ihr Sein durch sie hat. Ihre Liebe entbrennt für das anbetungswürdige Wesen, aus dem sie lebt. Sie fühlt, dass es sie inniger besitzt als sie sich selber. Alle ihre Kräfte versinken in ihm wie ein Tropfen Wasser im grenzenlosen Meer...Ich sah Gott, in ihm selbst, Gott, den Einen, in den drei anbetungswürdigen Personen...Aber hier ist der Seele versagt, auszusprechen, was sie fühlte, ja dem Geist nicht einmal erlaubt, zu begreifen, was er schaute." Ganz zu schweigen von Worten, die all das zum Ausdruck bringen könnten.

 

Darüber hinaus werden wir im Himmel zu unserer Beseligung all das wahrhaft Schöne und Gute wiederfinden, das uns auf Erden schon freut und wünschenswert erscheint - in geistiger wie in materieller Hinsicht - nur in ungleich höherer und verklärter Weise, in dem unterschiedlichen Grad von Natur zur Übernatur. Oder haben wir noch nie den "Duft" der Tugend und das Gegenteil den üblen "Geruch" der Sünde wahrgenommen!? All dies wird erst recht im Jenseits "offenbar" (Mt 10,26) werden. Vielleicht erstaunt uns dieser Hinweis; aber erinnern wir uns doch an das Paradies im Schöpfungsbericht und an das Wort "denn ihre Werke folgen ihnen nach." (Offb 14,13)

Aufschlussreich sind in dieser Hinsicht auch gewisse Aussagen von Wissenschaftlern. Der berühmte Raketenforscher Wernher von Braun erklärt: "Die Wissenschaft hat herausgefunden, dass nichts spurlos verschwindet. Die Natur kennt keine Vernichtung, sondern bloß Umwandlung. Wenn Gott dieses fundamentale Prinzip gebraucht, wenn es sich um kleine und unbedeutendste Teile der Materie des Universums handelt, so ist es logisch, dass er es auch anwendet, wenn es um das Meisterwerk seiner Schöpfung, um den Menschen, geht."
 
 
 

Der Atomforscher Max Planck vertritt sogar die Überzeugung: "Nach meinen Erforschungen des Atoms sage ich folgendes: es gibt keine Materie! Alle Materie entsteht und besteht nur durch die Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingungen bringt und sie im winzigsten Sonnensystem des Atoms zusammenhält. Nicht die sichtbare, vergängliche Materie ist das Wahre, Reale, Wirkliche, sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist...Ich scheue mich nicht, diesen geheimnisvollen Schöpfer ebenso zu nennen, wie ihn alle Kulturvölker der Erde früherer Jahrtausende genannt haben: Gott!" Diese interessanten Erkenntnisse bezeugen offensichtlich, dass die ganze Schöpfung nach Erlösung "seufzt" (Röm 8,22) bis zu der Erfüllung: "Siehe, ich mache alles neu!" (Offb 21,5)

 

Bis dahin bleibt uns nur der schwache Trost, den der heilige Paulus den Korinthern gibt, indem er schreibt: "Stückwerk ist unser Erkennen" (1 Kor 13,9) und "kein Auge hat es gesehen und kein Ohr gehört, in keines Menschen Herz ist es gedrungen, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben!" (1 Kor 2,9) - Ähnlich spricht Jesus selbst in der BOTSCHAFT DER BARMHERZIGEN LIEBE - 16.3.67: "Meine bevorzugten Seelen kennen ihr Glück nur wenig. Erst in der Herrlichkeit des Himmels werden sie es in seiner ganzen Fülle erfassen."

So ist der Himmel in einfachen Vorstellungen: die Heimat der Gerechten, das Land der Lebendigen, das Reich des Lichtes und des Friedens, ein Ozean der Liebe und Güte, Ziel aller Sehnsucht, Quelle aller Freuden...Dort werden wir weder "hungern noch dürsten" (Offb 7,16) und "Gott wird jede Träne von unseren Augen abwischen"; dort "wird keine Trauer, keine Klage und kein Schmerz mehr sein." (Offb 21,4)
 
 
Der Himmel beginnt schon auf Erden
 
 
 
 

für den, der ihn wirklich sucht. Denn das Leben geht rasch vorüber. Ein Jahr, das vergangen ist, kommt niemals wieder; unaufhörlich wandern wir der Ewigkeit zu. Mehr noch: wir messen unsere täglichen Schritte nach Raum und Zeit und sind dennoch schon mitten in der Ewigkeit.

 

Da wir in der Taufe Kinder Gottes geworden sind, haben wir ein Anrecht auf den Himmel. Im Stand der heiligmachende Gnade besitzen wir ihn zwar schon und tragen den Dreifaltigen Gott in unserer Seele. Bekannt ist der Ausspruch der seligen Elisabeth von Dijon: "Ich habe den Himmel auf Erden; denn der Himmel ist Gott, und Gott ist in meiner Seele!" Aber jetzt können wir uns dieses unvergleichlichen Glückes nur im Glauben erfreuen. Und dies sollen wir auch! "Mein Kind, dein Herz sei erfüllt von meiner Freude, von der Sehnsucht nach den Gütern des Himmels,...wenn du wüßtest!" sagt Jesus in der BOTSCHAFT DER BARMHERZIGEN LIEBE am 2.3.66. "Verschließe die Augen vor den Nichtigkeiten dieser Welt! Öffne sie ganz weit für die Wunder des Himmels, deiner Heimat!" (23.3.67) - Wir müssen ihn also ersehnen, den Himmel. Ob uns die frommen Gedanken des heiligen Charles von Foucauld, des Gründers der Kleinen Brüder und Schwestern Jesu, nicht sehr dazu anregen!? In großem Vertrauen wendet er sich an Jesus: "Die Hoffnung, eines Tages im Himmel zu sein, zu deinen Füßen, Herr, mit der heiligen Jungfrau und den Heiligen, dich zu sehen, dich zu lieben, dich zu besitzen in Ewigkeit, ohne dass mich jemals etwas auch nur einen Augenblick von dir trennen kann, mein höchstes Gut, mein Alles - welch eine Schau! Diese Hoffnung, die uns so über uns hinaushebt, die unsere kühnsten Träume übersteigt, - Du erlaubst nicht nur, dass wir sie haben, du verpflichtest uns vielmehr dazu...!

 
 
Wie bereiten wir uns auf den Himmel vor?
 
 
 
 

Einfach durch unser Mitwirken mit der Gnade Gottes, um die wir beten und ringen müssen durch die Übung der Tugenden, wie sie uns Domenico Savio empfiehlt; zunächst vor allem durch die sogenannten Grundtugenden, auf die Jesus am 3.4.66 in der BOTSCHAFT DER BARMHERZIGEN LIEBE nachdrücklich hinweist: "Glaube, Hoffnung, Liebe sind die Grundlagen eures Lebens in mir." - "Drei Tugenden...mit ihnen wirst du den Himmel erlangen." (18.7.67) - Heute "liegt der Glaube verschüttet in den Niederungen dieser genusssüchtigen Welt", klagt er am 28.4.72. "Die Hoffnung ist für viele nur mehr eine ferne Erinnerung an eine Zeit, da ihr Herz nach der Wahrheit strebte. Seid ihr noch arm genug, um diesen Schatz des Himmels zu würdigen?...Und die göttliche Liebe? Pflegt ihr diese seltene und kostbare Blume? Ich, euer Gott, durchforsche euch. Nichts ist meinen Augen verborgen. Ihr wisst es, und mein Friede wird erst dann in euch blühen, wenn ihr mit Eifer diese drei Tugenden übt.

 

Vergesst nicht, meine Kinder, dass der Himmel dem gehört, der ihn verdient! Selig, die grossmütigen Herzens sind, ihr Lohn wird gross sein. Worin und wie sollt ihr Glaube, Hoffnung und Liebe pflegen? Sinnt nach in eurem Herzen, und ich werde es euch lehren: Glaube - Hingabe; Hoffnung - Licht in der Finsternis; Liebe - Gott, ihr und eurer Mitmenschen. - Der Glaube rettet und treibt an, für den Himmel zu leben." (15.7.67) - "Das Herz braucht die Hoffnung. Ich bringe sie euch...(16.12.74) - Die Liebe führt zur Heiligkeit."

 
 

Vervollkommnen wir unsere bisherigen Erkenntnisse über die ewige Seligkeit bei Gott durch

 

die Himmelsvision des heiligmässigen Bruders Patrizius,

 

(Auszüge aus der Urschrift vom Juni 1939 des damals 70jährigen Krankenbruders in Bonn - Apostolat St. Michael, D-4280 Borken). - "...Beim Eintritt in die Ewigkeit werden wir durch Gottes allmächtiges Wirken plötzlich von aller Blindheit und Ungewissheit erlöst, die in diesem Leben oft sehr gross sind gegen die Freuden des Himmels, die Gott seinen Lieben bereitet. Alle Freuden dieser Welt sind dagegen nichts als Eitelkeit und endlose Torheit. Kein Menschenverstand kann auch nur den geringsten Teil jener Güter schildern, deren sich die Heiligen in der Anschauung Gottes erfreuen. Die Glorie auch des kleinsten Heiligen ist unermesslich. Menschliche Erklärungen können dieselben eher verdunkeln und entstellen, als erklären. Gott offenbart sich dort jedem Engel und Heiligen in besonderer Weise nach dem Grad der Seligkeit.

 

Die Glorie, Würde und Heiligkeit der einzelnen Heiligen übersteigt alle Fassungskraft der Menschen hier auf Erden. Die Gegenstände, Freuden und Herrlichkeiten im Himmel sind so verschieden von denen hier, dass es zwischen ihnen gar keinen Vergleich gibt. Denn die Schönheit, Pracht und Grösse ist von allem, was man hier auf Erden findet, sich vorstellen kann, sehr weit entfernt, und niemand kann begreifen, wie gross, schön und erhaben die Belohnungen des Himmels sind. Alle Reichtümer, Freuden und Ehren auf Erden sind dagegen nur Staub und Unreinheit.

 

Wie ein Fluss am Ende seines Laufes vom Weltmeer empfangen wird, so wird die gerettete Seele am Ende ihres Erdenlebens und ihrer Leiden vom Ozean der Liebe, Schönheit und Herrlickeit Gottes empfangen, und alle Mühsale und Leiden werden umgewandelt in ewige Freuden. Wie das Licht der Sonne hier auf Erden notwendig ist und dazu dient, dass wir mit leiblichen Augen die Gegenstände sehen können, so ist das Glorienlicht des Himmels notwendig, dass wir im Himmel die Herrlichkeit Gottes schauen. Die Bewohner des Himmels schauen in die unergründlichen Abgründe seiner Wesenheit, durchdringen und ergründen sie aber nie. Sie schauen Gott klar und deutlich, aber nie vollkommen. Gott gibt ihnen zwar die Möglichkeit einer Steigerung ihrer Erkenntnisse, doch wird sie nie ein Ende erreichen.

 

Dort liegen alle Probleme der Wissenschaft vor uns gelöst, die tiefsten Geheimnisse der Geschöpfe werden in einem Augenblick erfasst und erkannt. Alle Dinge leuchten mit ungeahnter Klarheit, Pracht und Majestät. Jedes Auge kann ungeblendet in die weiten Himmelsräume und in die Welt der Geister blicken. Eine Disharmonie ist unmöglich.

 

Dort wird der Glaube schauen, die Hoffnung besitzen. Dort ist kein Dunkel, keine Mühe, sondern ewiges, ungestörtes Glück. Wie Reisende auf hohen Bergen die untenliegenden Landschaften übersehen und bei schärfster Betrachtung immer klarer und deutlicher erkennen, jedoch nie vollständig, so ist es auch im Anschauen der himmlischen Herrlichkeit. In der Herrlichkeit des Himmels sehen wir Gott, die ganze Schöpfungs- und Menschheitsgeschichte, das Paradies mit seiner Schönheit, das ganze Leben Jesu und Mariens und der Heiligen, das Wirken der göttlichen Vorsehung im Leben der Völker und der einzelnen Menschen.

 

Dort ist die Erkenntnis der Sternenwelten in ihrer Bedeutung und Wirkung. Dort erkennt und versteht der Geringste in einem Augenblick mehr als alle Gelehrten der Jahrtausende. Dort erkennt und begreift man die Erdteile und Länderpracht, die Geheimnisse und Gesetze der Natur und Erlösung.

 

Im Himmel sind alle in inniger Liebesgemeinschaft verbunden. Die Milliarden Engel und Heiligen durchschweben in wunderbarer Schönheit die weiten Himmelsräume; dort können wir verkehren mit allen Heiligen und Propheten.

 

Niemals gab es grössere Könige und Fürsten als in der himmlischen Verklärung. Dort wird niemals die liebenswürdige Gesellschaft gestört oder aufgehoben. Dort ist unendlicher Friede, Jubel, Entzücken, Schönheit, herrliche Einheit, Güte und Liebe. Nirgends gibt es eine entzückendere Sprache, überwältigenderen Gesang oder lieblichere Musik. Milliarden Engel und Heilige von allen Jahrtausenden vereinigen sich zu Chören oder Musik und des Gesangs ohne den geringsten Misston. Dort sind die wahrhaft Lebenden, ohne noch den Tod zu fürchten. Blitzschnell erkennt einer den anderen durch und durch. Sie haben alles, wissen alles, was sie nur wünschen können. Da ist jener, der auf Erden dies und jenes war, jenen Namen trug, lebte und wirkte an jenem Ort zu jener Zeit.

 

Besonders lieben sich nun jene, die erkennen, dass sie sich durch ihre Opfer und Gebete zur Erwerbung der ewigen Seligkeit behilflich waren. Da finden die Eltern ihre früh verstorbenen Kinder und ihre Angehörigen, die frommen Geschwister, einer den anderen in namenloser Glückseligkeit, um nie wieder voneinander getrennt zu werden. Ströme entzückenden Lichtes und Wohlgerüche durchfluten unaufhörlich die heiligen Himmelsräume. Das Ohr hört himmlische Harmonien. Das Auge sieht fortwährend Neues, ungeahnte Schönheiten und wie lange? Ewig ohne Ende. Wie im Anfang, so bleibt es ohne Aufhören, und nach Millionen Jahren stehen wir immer noch am Anfang der Glückseligkeit.

 

Die Reichtümer, Ehren, Auszeichnungen und Freuden der Auserwählten sind unzerstörbar. Nach den Gesetzen der göttlichen Liebe und Gnade tut hier auf Erden niemand einen Schritt, der ihn nicht seinem ewigen Ziel näher brächte. Durch den Trunk kalten Wassers, einem Armen gereicht, erhält jeder neues Anrecht auf himmlischen Lohn. Jedes sanfte, gütige,freundliche Wort wird sofort ins Buch des Lebens eingetragen, erhöht die Gnade ewiger Herrlichkeit. Die hier auf Erden erworbenen Verdienste werden durch die Fehler und geringe Sünden nicht vermindert, sondern ihr Schatz bleibt in Sicherheit. Das Verhältnis und die Liebe der Seligen mit den auf Erden Hinterbliebenen besteht in geheimnisvoller Fortdauer weiter. Möge uns der gütige Gott in seiner Gnade erhalten und seine ewigen Güter schenken durch Jesus und Maria."

 
Fragen und Antworten
 
 

Im Anschluss an diese Ausführungen von Bruder Patrizius könnte vielleicht die Frage aufkommen:

 

Werden die Seelen durch die Ungleichheit in der Glorie nicht unzufrieden?

 

Sicher sind die Liebe, das Licht und die Freude der einzelnen Seelen verschieden, je nach dem Gnadenstand, der Heiligkeit, der Verdienste, die sie bei ihrem Eintritt in die Ewigkeit erreicht haben. Doch betont der heilige Augustinus: "In der himmlischen Stadt beneidet kein Niederer die, die über ihm stehen wie auch die Engel nicht auf die Erzengel eifersüchtig sind." Wenn eine Schale voll ist, kann sie nicht weiter gefüllt werden. - Und noch eine Frage wäre verständlich:

 

Macht es die Seelen im Himmel traurig, wenn sie einen Verwandten oder Bekannten in der Hölle wissen?

 

Nein, denn sie sehen alles in Gott und lieben, was er liebt. Sie sind glücklich, dass Gottes Gerechtigkeit triumphiert, die in der Strafe der Verdammter ihrer Verherrlichung findet. Gott wäre nicht mehr Gott, wenn er nicht vollkommen wäre. Außerdem erkennen die Seligen deutlich, dass alles, was sie auf Erden mit jenen Unglücklichen verbunden hat, zerrissen und zerbrochen ist. Ihr Herz, vom himmlischen Licht erleuchtet und erfüllt, wird sich daher nicht unwürdigen Dingen zuwenden. Wissen sie doch, dass der Herr zu jenen sprach: Wahrlich, ich kenne euch nicht!

 

Bedenken wir also gut, was Jesus in seiner BOTSCHAFT DER BARMHERZIGEN LIEBE am 23.6.67 sagt: "Alle Herrlichkeit dieser Welt kann nicht die geringste Stufe der Herrlichkeit des Himmels aufwiegen. Auf der einen Seite das Nichts...; auf der anderen Seite die Fülle der Güter, die durch ein Leben in Großmut und Gebet erworben werden. Auf der einen Seite der Trost angesichts des Todes; auf der anderen die namenlose Verzweiflung vor dem Unvermeidlichen.

 

Ihr könnt wählen: den Überflus auf dieser Erde...und dann die ewige Armut oder die Liebe des lebendigen Gottes bereits in dieser Welt und seinen glorreichen Besitz im Himmel.

 

Denn ich sage euch, wer sucht, der findet, und er findet, was er gesucht. Wie könnt ihr nicht glühend wünschen, jedes Kreuz auf euch zu nehmen, um sicher an das Ziel zu gelangen, das ich euch verheiße, wenn ihr treu seid? Wie könnt ihr euch, bei allem, was ihr wißt, so maßlos an diese wertlosen und unnützen Dinge hängen, Gegenstände ohne Seele, die jedoch dem Geist der Habsucht in euch schmeichelt?

 

Ich frage euch, wozu dient dieser Luxus, an dem ihr euch erfreut? Hilft er euch auch nur einen einzigen Grad göttlicher Liebe zu erwerben? Lenkt er euch im Gegenteil nicht von dem ab, was sein soll und sein müßte? Habe ich euch denn dazu erschaffen?

 

Und wenn ihr euch so weit von dem entfernt, wozu ihr erschaffen seid, wie werdet ihr euch dann nähern können, der euch eines Tages richten wird nach der Liebe oder der Abneigung, die ihr ihm entgegengebracht habt, und nach eurer Missachtung seiner Lehren? Noch ist es Zeit! Kommt zu mir! Erkennt in mir den, der allein euch retten und euch dieses Glück geben kann, nach dem ihr strebt, ohne es zu finden. Bei mir ist alles schön, rein und edel. Und ich habe eure Seele nach meinem Ebenbild erschaffen. Deshalb könnt ihr nur in mir glücklich sein."

 

Schon einige Monate vorher klagt und mahnt uns Jesus: "Wie traurig! Müssen denn meine Kinder leiden, damit sie sich daran erinnern, dass ich existiere? Dann klammern sie sich an mich wie ein Rettungsring. Doch ich kenne ihr wankelmütiges Herz. Ich weiß, dass sie zu ihrem elenden Leben zurückkehren, sobald sie die erflehte Gnade erhalten haben, und überdies noch die größte Undankbarkeit hinzufügen, indem sie meine Wohltaten vergessen. Und meine Liebe für sie ist so groß, dass ich nicht immer ihren Tränen widerstehen kann.

 

Meine armen Kinder, was soll ich mit euch tun? Ich bringe euch die Liebe und den Frieden. Ihr gebt mir dafür eure Gleichgültigkeit und euren Hohn...Habt ihr bemerkt, wie schnell die Tage vergehen? Denn alles vergeht. Versteht ihr nicht, dass ihr mit großen Schritten der Ewigkeit entgegeneilt? Was ist denn ein Jahr? Zwei Jahre? Noch einige Jahre und ihr gehört bereits der Vergangenheit an. Auf dieser Erde, die euch verdirbt, wird man sich eurer nicht einmal mehr erinnern...Doch da, wo ihr hingeht, ist nichts vergessen. Und ihr werdet ernten, was ihr gesät habt. Ihr werdet für das Böse, das ihr getan habt, gerichtet und für das Gute belohnt."

 
 
Das persönliche Gericht
 

Das Urteil Gottes über unsere Seele

 

Jesus meint damit das gleiche Geschehen, das der heilige Apostel Paulus in seinem Brief an die Hebräer anspricht, wenn er schreibt: "Wie es dem Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben", so "folgt nach dem Tod das Gericht" (Hbr 9,27) und zwar blitzartig, unmittelbar! Im gleichen Augenblick entscheiden sich für die Seele Ewigkeiten von Glück oder Leid. Wir wird sich das vollziehen? Aus den mit kirchlichem Imprimatur versehenen Aufzeichnungen von Mutter Carmela, Mailand, einer von Gott bevorzugten Seele, Mutter von 11 Kindern (gestorben 1978), entnehmen wir, was Jesus ihr darüber erklärt:

 

"Dein ganzes Leben wird auf einer Waage von größter Genauigkeit gewogen. Ich meine eine geistige Waage, die alles prüfen wird, alles, alles; deine Worte, deine Gedanken und deine Taten. Nichts wird meinem strengen Gericht entgehen. Du wirst dein ganzes Leben wie in einem Spiegel sehen, und du wirst auch das sehen, was du hättest machen können und nicht gemacht hast.

Wenn du jedoch vor dem höchsten Richter stehen wirst, wird keine Reue mehr möglich sein; du bleibst, was du in jenem Augenblick bist, ohne jede mögliche Veränderung. Ich habe dir gesagt, dass du gerichtet wirst nach deinen Gedanken, Worten und Werken und das durch ein Gesetz, nämlich das Gesetz der Liebe." Und "das Gesetz", sagt er in der BOTSCHAFT DER BARMHERZIGEN LIEBE am 17.8.66, "das ich den Menschen gebe, heißt und hieß immer: liebt euren Gott aus ganzem Herzen und über alles! Liebt einander, wie ich euch liebe; tröstet einander! Vertraut auf mich; verachtet keinen eurer Brüder, denn sie sind wie ihr aus mir geboren. Und ich liebe euch alle mit gleicher Liebe. Vergeßt nicht, dass ich alle Macht habe, zu lieben, zu verzeihen, aber auch zu richten. Das Leben vergeht so schnell, und die Ewigkeit ist so nahe. Betrachtet öfter diese Wahrheit!"
 
 
 

Eine hingeschiedene Seele, eine verstorbene Ordensschwester, die sich ihrer noch lebenden Mitschwester mitteilen durfte, bestätigt "Wenn die Seele den Körper verlassen hat, ist sie wie verloren, wie umhüllt von Gott. Sie wird von einer solchen Helligkeit umflossen, dass sie in einem einzigen Augenblick ihr ganzes Leben überschaut und gleichzeitig das, was sie dafür verdient."

 

Auch der heilige Gregor d. Gr. schreibt in seinen Dialogen im Jahr 593: "So wie jeder von uns aus der Welt hinausgeht, so kommt er vor das Gericht." Unterdessen stehen vielleicht noch Angehörige am Bett des soeben Verstorbenen. Schmerz und Liebe beugen sich über ihn, um ihm ein letztes Lebewohl zu sagen. Für diese Welt ist er jedoch still und stumm geworden; gerade jetzt, wo er Aufschluss geben könnte über die große Lebensfrage. Doch jeder stirbt für sich allein und nimmt sein Geheimnis mit sich in die Ewigkeit. "Selig die Toten, die im Herrn sterben! Führwahr, so spricht der Geist: sie sollen ausruhen von ihren Mühen, denn ihre Werke folgen ihnen nach!" (Apk 14,13)

Die heute so viel diskutierte Seelenwanderung, d. h. noch einmal geboren zu werden (Wiedergeburt) gibt es bei Gott nicht; unser Leben ist ein einmaliges Leben. Deshalb erklärt das II. Konzil von Lyon 1274: "Das besondere Gericht (über die Seele) im Augenblick des Todes entscheidet endgültig und unwiderruflich über ihr Schicksal."
 
 
 
 

 

 

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