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Die unsichtbare Wirklichkeit Gottes

Seit Urzeiten staunt der Mensch angesichts der unermesslichen Komplexität und Vielfalt der Natur, der Schöpfung. Das ganze Universum zeugt von einer höchsten, schöpferischen Intelligenz, die alles mit Weisheit leitet und regiert. Durch unseren Glauben betrachten und verstehen wir als gläubige und vernunftbegabte Menschen Gottes sichtbares und unsichtbares Werk, denn der Allmächtige erleuchtet durch sein Licht alle Menschen, die guten Willens sind. Aber leider gibt es daneben auch viele Menschen, die sich hartnäckig gegenüber den Zeichen Gottes, gegenüber den natürlichen Evidenzen des Seins und der göttlichen Gegenwart, die in der gesamten Schöpfung zugegen ist, verschließen. Viele gehen stur den Weg der Lüge, der Ungerechtigkeit, der Gottlosigkeit, der Götzendienerei in ihren verschiedensten Formen. Daher sagt der Apostel Paulus zu Beginn seines Briefes an die Römer, dass sie unentschuldbar sind (vgl. Röm 1,20), denn der Mensch, der sich unter das Wirken des Heiligen Geistes stellt, versteht, dass die sichtbaren Dinge von den unsichtbaren erzählen. Das Universum ist schön, komplex und ruft unablässig unser Staunen hervor, aber dennoch ist es nur der Widerschein noch schönerer und ewiger Wirklichkeiten.
Die Finsternis der Gottlosigkeit
Röm 1,20-22: "Seit der Erschaffung der Welt wird seine (Gottes) unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit. Daher sind sie unentschuldbar. Denn sie haben Gott erkannt, ihn aber nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt. Sie verfielen in ihrem Denken der Nichtigkeit, und ihr unverständiges Herz wurde verfinstert. Sie behaupteten, weise zu sein, und wurden zu Toren..."
Seitdem Paulus diese Worte niederschrieb, hat sich das Verhalten kaum verändert. In vielen Bereichen hat es sich sogar noch dramatisch verschlechtert. Besonders im Abendland verschwindet der katholische Glaube, weil gläubige Menschen fehlen. Die Kirche, die durch einen spirituellen und moralischen Ruin geht, der sehr bald auch zu einem ökonomischen und materiellen Ruin werden wird, zieht sich in die Wüste zurück. Der Glaubensabfall ist für alle deutlich sichtbar vorhanden und das ist ein Zeichen der Zeit. In manchen Diözesen gibt es schon seit mehreren Jahren keine Priesterberufungen mehr. Die meist betagten Priester werden von Tag zu Tag weniger, und manche neue Gemeinschaften sind in gefährlicher Weise von Hochmut bedroht. Der Glaube verschwindet, aber paradoxerweise versinken gerade jene, die den heilbringenden und frohen Glauben der Kirche ablehnen, in der Finsternis der Gottlosigkeit, ja noch schlimmer, in einer vielfältigen Götzendienerei, die sich schamlos in vielen Bereichen von Sport, Kino, Musik, Politik und "Starkult" zeigt, wo Mittelmäßigkeit, Angeberei, Selbstzufriedenheit, Scheinheiligkeit, Laster, Lüge, usw. kulminieren. Die Menschen lehnen den wahren Gott, das wahre Licht ab und beten statt dessen geradezu sklavisch vergängliche Menschen an, die oft genug verdorben sind.
Röm 1,24f: "Darum lieferte Gott sie durch die Begierden ihres Herzens der Unreinheit aus, so dass sie ihren Leib durch ihr Tun entehrten. Sie vertauschten die Wahrheit mit der Lüge, sie beteten das Geschöpf an und verehrten es anstelle des Schöpfers - gepriesen ist er in Ewigkeit. Amen."
Die Götzendienerei hat während des zweiten Weltkrieges eine tragische Gestalt angenommen, als die Menschen den Wahnsinn der Welt Gestalt annehmen ließen. In der heutigen Zeit ist die Götzendienerei eine Banalität geworden, deren Auftreten harmlos scheint. Durch die neuen Medien wird die ganze Erde davon angesteckt. Daher ist es die Pflicht der Kirche, die Irrwege unserer Zeit aufzuzeigen, denn es geht um das Heil der Seelen. Aus diesem Grund beginnt Paulus seinen Brief auch mit den Worten:
Röm 1,18f: "Der Zorn Gottes wird vom Himmel herab offenbart wider alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten. Denn was man von Gott erkennen kann, ist ihnen offenbar; Gott hat es ihnen offenbart."
Mit einem durch den Heiligen Geist erleuchteten Blick sehen wir die verborgenen Dinge. Schon bald wird das monetäre und politische System der Welt plötzlich zusammenbrechen. Die Menschen, die vom Glauben abgefallen sind, machen sich Sorgen um die Zukunft der Welt, die von klimatischen Umwälzungen, von Katastrophen, Bürgerkriegen, von der Aussichtslosigkeit ihrer verheerenden und blinden Politik erschüttert wird, und sie werden einem einzigen Menschen die Macht übergeben, einem ruchlosen Menschen, dem Antichrist...Was dann folgt, wissen wir durch die Heilige Schrift.
Schon seit vielen Jahren mahnt uns Gott; er ruft uns insbesondere durch die Erscheinungen seiner Mutter zur Umkehr auf. Der Herr hat uns die von der Sonne bekleidete Frau (vgl. Offb 12,1f) gesandt, um uns aufzufordern, auf Gott zu hören und sein Wort der Liebe zu leben. Aber wer hört auf ihn - selbst in der Kirche? Wir leben in einer besonderen Zeit der Geschichte; wir durchleben eine Zeit der Gnade, der sich nur sehr wenige bewusst sind. Wachen und beten bedeutet, sich in jeder Hinsicht des Wortes vorzubereiten...Selig, wer hört und wer im Glauben und in der Liebe versteht.
Die unsichtbare Wirklichkeit Gottes
Im griechischen Urtext verwendet Paulus den Begriff "ta", "Dinge" und meint damit alles, was Gott gemacht hat und noch weiterhin macht: Die natürliche und die übernatürliche Wirklichkeit, die beseelten Wesen, die Ereignisse, den Lauf der Dinge, den göttlichen Glanz, usw. In Analogie zu den sichtbaren Dingen des Universums können wir die unsichtbaren Dinge leicht verstehen. So lässt uns eine wunderschöne Landschaft an das Paradies denken und hilft uns, es uns vorzustellen. Durch einen heiligen Menschen werden wir angeregt zu betrachten, wie Gottes Liebe am Werk ist. Schöne Musik lässt uns an die himmlischen Melodien denken. Die Schönheit all dessen, was uns in Bewunderung versetzt, führt uns dazu, über die Schönheit Gottes und seine unendliche Weisheit zu meditieren. Alles, was von Gott in diese Welt kommt, bringt uns dazu, das Unsichtbare zu betrachten:
Ps 19,2-5: "Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes, vom Werk seiner Hände kündet das Firmament.Ein Tag sagt es dem andern, eine Nacht tut es der andern kund,ohne Worte und ohne Reden,unhörbar bleibt ihre Stimme. Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, ihre Kunde bis zu den Enden der Erde."
Dieser Psalm, der im Laufe der Jahrhunderte wieder und wieder gesungen wurde, findet im Text des hl. Paulus einen noch ernsteren Widerhall. Wenn wir aufmerksam sind für die Zeichen Gottes und für sein Rufen, erfassen wir das Unsichtbare. Unser Glaube schöpft aus dem Wort Gottes, aus der Kirche, den Sakramenten, dem Gebet. All das ist notwendige Nahrung, um unseren Glauben lebendig und aktiv in der Liebe zu halten. Unser Glaube soll auch aus dem sichtbaren Zeugnis der sinnenfassbaren Dinge schöpfen. Seit Anbeginn zeigt uns Gott die unsichtbare Wirklichkeit durch die Natur, durch das Leben der Heiligen, durch sein Wort der Wahrheit, durch Engel und Erzengel, die so vielen Menschen erschienen sind, herrliche, himmlische Geschöpfe, die den Himmel bevölkern, durch unzählige Wundertaten, die für alle sichtbar sind. Auch heute noch spricht Gott durch die Kirche und verschiedenste Zeichen und Wunder zu den Menschen. Er öffnet den Himmel, um uns zu sagen: "O Mensch, heilige dich durch den Heiligen Geist, den ich dir schenke. Öffne dein Herz. Nimm mein Licht, meine Gnade an. Nimm meine belebende und liebende Gegenwart an, bevor Finsternis die Erde bedeckt. Lass deine Lampe durch deinen Glauben und dein beharrliches Gebet brennen und ich werde mit dir sein, um dich zu retten und dich ewiglich mit meinen Wohltaten überreich zu beschenken."
Ja! In Gott wird unser Herz weit und öffnet sich, um die unsichtbare Wirklichkeit zu schauen. Es kommt zum Sieg der himmlischen Heerscharen gegen die des Teufels, dessen Macht in unserer Welt am Werk ist, die aber schon bald zusammenbrechen wird (*Erklärung bitte unten lesen). Betrachten wir die Engel der Herrlichkeit, die von Liebe und göttlichem Glanz erfüllt sind. Betrachten wir die Königin des sichtbaren und des unsichtbaren Universums, die demütigste unter allen Frauen: Die Mutter des Erlösers Jesus, Maria, die Gott, der Allmächtige, über alle Geschöpfe erhoben hat. Betrachten wir in der Kontemplation die heiligste Dreifaltigkeit in vollendeter Liebe und ewiger Anbetung. Seien wir erfüllt vom Jubel der Heiligen im Himmel, vereint mit allen, die wir geliebt haben und die Gott für immer lieben. Wir haben Anteil an der Seligkeit der Auserwählten, die sich für die Liebe, die Wahrheit, den Frieden entschieden haben: Die sich für Gott entschieden haben.
Ja, in dieser Welt enthüllt uns die sichtbare göttliche Wirklichkeit die von Natur aus unsichtbare Wirklichkeit. Das Universum existiert und bezeugt eine unsichtbare Existenz, die noch viel größer ist als alles, und die allem Sinn verleiht und alles erfüllt. Nur die durch Gott - sei es schon auf dieser Welt oder aber im Fegfeuer - vollkommen geläuterten Seelen werden Gott von Angesicht zu Angesicht schauen können, so wie er in seiner Herrlichkeit ist. Gott, unser Schöpfer, wird uns ohne Ende mit seinen überreichen Gaben, seiner unaussprechlichen Gegenwart und unvorstellbarer Liebe erfüllen.
Wie alle Heiligen wollen wir im Glauben der Kirche leben und glühende Zeugen der himmlischen Schöpfung von Gott Vater, Gott Sohn und Gott, dem Heiligen Geist, sein.
Möge der Herr uns alle mit seinem Licht, seiner Kraft, seinem Frieden erfüllen.
*Im Buch der Geheimen Offenbarung heißt es (13,2), dass der Drache dem Tier seine Macht übergibt. Ein ruchloser Mensch, der Antichrist, wird für eine ziemlich kurze Zeit (ungefähr dreieinhalb Jahre) an der Spitze mehrerer Völker stehen. Geht man von den Visionen aus, die die Päpste Leo XIII. und Pius X. hatten, so hat Satan zu Beginn des 20. Jahrhunderts für hundert Jahre Macht erhalten. Wenn wir den ersten Weltkrieg, der 1914 begann, für den Anfang dieser Zeitspanne halten, können wir daraus einiges ableiten. Andererseits erscheint die Friedenskönigin seit 1981 in Medjugorje. Wenn ihre Erscheinungen so lange andauern wie das Leben unseres Herrn auf der Erde (33 Jahre), kommen wir auf dasselbe Datum...Diese persönlichen Überlegungen sind nur ein Gefühl, das uns helfen soll, die Dringlichkeit der Zeit, die Erfüllung der Heiligen Schrift und die entscheidende Bedeutung der Umkehr eines jeden, der zum Frieden und zum ewigen Leben berufen ist, zu verstehen.
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