Gott und die Gottesmutter
Predigt von Don Stefano Gobbi
in der Erscheinungskapelle von Fatima
am 25. Oktober 2010

Fatima ist der Sturz der falschen Götter!
Gelobt sei Jesus Christus.
Sagen wir alle gemeinsam: Danke Jesus, dass Du uns deine Mutter geschenkt hast!
Heute ist ein Tag der Gnade.
Ich danke Dir, Mutter Jesu, dass Du in Fatima erschienen bist.
Heute beende ich die Reise, die ich am 7. September angetreten habe und die mich in die Schweiz, nach Deutschland, ganz Frankreich, Spanien und Portugal geführt hat, um Zönakel der Marianischen Priesterbewegung zu halten.
Nach vier Jahren bin ich wieder hier in Fatima. In diesen vier Jahren habe ich Amerika, Europa und Asien besucht und überall dein mütterliches Wirken gesehen, o Maria.
Es schien mir, Dein Geheimnis ergründen und die Aufgabe verstehen zu können, die Dir von der Heiligsten Dreifaltigkeit anvertraut wurde, o Madonna von Fatima, Du Frau mit der Sonne bekleidet.
Deine Aufgabe ist es, den Drachen zu bekämpfen und zu besiegen. Diesen Drachen, der die Menschheit mit seinem Stolz verführt hat, wirst Du mit der Demut besiegen. Und während er sich seine Schar mit den Größten gebildet hat, hast Du Dir dafür die Kleinsten erwählt und Dir Deine Schar nicht mit den Stärksten, sondern mit den Schwächsten geformt; nicht mit den Reichsten, sondern mit den Ärmsten, mit Deinen kleinen Kindern in allen Teilen der Welt.
Und warum? Um gegen den Drachen zu kämpfen und ihn zu besiegen. Und wo besiegst Du ihn? Der Sieg des Drachen besteht darin, die Menschheit von Gott entfernt und Götzen errichtet zu haben, die anstelle Gottes von allen angebetet werden.
So besteht heute, o Madonna von Fatima, Deine Aufgabe darin, diese falschen Götter zu stürzen und zu vernichten!
Fatima ist der Sturz der falschen Götter!
Papst Benedikt XVI. hat in seiner Meditation vom 11. Oktober, während der Sonderversammlung der Bischofssynode für den Nahen Osten erklärt, dass es heute falsche Götter gibt, die entlarvt und gestürzt werden müssen.
Der erste Götze: das Geld. Der Papst bezieht sich auf die anonymen Kapitale, die den Menschen versklaven und ihn zerstören.
Der zweite Götze: der Stolz, der durch die Verbreitung von so vielen falschen Ideologien die Wahrheit zerstört.
Der ditte Götze: die Unreinheit, die mit Drogen und dem Becher der Unzucht alle Nationen der Erde verführt.
Durch Fatima sollen die Götzen gestürzt werden!
Unsere Liebe Frau von Fatima hat die Aufgabe, diese falschen Gottheiten zu vernichten und alle ihre Kinder dahin zu führen, dass sie den einzigen wahren Gott lieben, ihm dienen und ihn verherrlichen: die Heiligste Dreifaltigkeit, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Sie will alle zur Anbetung und Verherrlichung des Eingeborenen Sohnes Gottes führen, der durch das Wirken des Heiligen Geistes in ihrem jungfräulichen Schoß Mensch geworden ist: Jesus Christus, der für unsere Erlösung am Kreuz gestorben ist. Der Gekreuzigte Jesus ist der einzige Retter und Erlöser. Es gibt keine anderen! Auch für dieses verdorbene Geschlecht ist allein der gekreuzigte Jesus die Quelle des Heils!
Er ist auferstanden, weil er Gott ist.
Unsere Liebe Frau von Fatima hat die Aufgabe, die falschen Götter zu stürzen: das Geld, die falschen Ideologien, die Unreinheit. Und durch die Zerstörung dieser falschen Gottheiten will sie alle zur Anbetung des einzig wahren Gottes, zu Jesus Christus führen, wahrer Mensch und wahrer Gott, unser Erlöser, der uns den Weg zum Heil gezeigt hat, im Kampf gegen die Sünde, in der Beobachtung der Gebote Gottes, der Übung der christlichen Tugenden und indem wir den Weg der Heiligkeit, des Lichtes und der vollkommenen Verherrlichung Gottes gehen.
Danke, o Madonna von Fatima. Entmachte diese falschen Götter immer mehr. Befreie die Menschheit von dieser Sklaverei. Führe sie zur Verehrung des einzig wahren Gottes, damit Dein Sohn Jesus auch heute von allen geliebt und verherrlicht wird und man ihm dient!
+ + +
Der Drache hat auch in der Kirche zwei Götzen errichtet, um sie zu zerstören.
Der erste Götze besteht im Rationalismus und Relativismus, der den Glauben in der Kirche zerstören will. Im zweiten Petrusbrief steht geschrieben: "So wird es auch bei euch falsche Lehrer geben. Sie werden verderbliche Lehren verbreiten und den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen; doch sie werden sich selbst bald ins Verderben stürzen. Mit ihrer Zügellosigkeit werden sie viele Anhänger finden, und ihretwegen wird man den Weg der Wahrheit lästern." (2 Petr 2,1-2) So verbreitet sich heute der Glaubensabfall in der Kirche wegen der falschen Lehrer. Sie lehren, aber sie lehren falsch, weil sie Irrtümer verbreiten und somit Irrlehrer sind.
Wie können wir die Guten von den Falschen unterscheiden? Wenn sie die Wahrheit des katholischen Glaubens verbreiten, demütig und dem Lehramt gehorsam sind, sind sie gut. Wenn sie stolz sind, Irrtümer verbreiten und dem Lehramt ungehorsam sind, sind sie Irrlehrer! Wir müssen heute zu unterscheiden wissen. Die Gottesmutter will, dass wir kluge Kinder sind, keine dummen. Wir müssen unterscheiden können und den Guten folgen, nicht den Schlechten, damit wir den Glauben bewahren und nicht dem Irrtum verfallen und den Glauben verlieren.
Wie sehr ist heute die Kirche von diesen falschen Lehrern verwundet! Erlange ihnen, o Mutter, die Gnade der göttlichen Weisheit! Du bist der Sitz der Weisheit, blende sie mit dem Glanz der göttlichen Wahrheit, damit sie demütig zum Glauben zurückkehren und den wahren Glauben lehren. So stärkst Du den Glauben in der Kirche von heute, die immer mehr von einer weit verbreiteten Glaubenslosigkeit verwundet ist.
Der zweite Götze ist die Spaltung, verursacht durch die Auflehnung gegen den Papst.
Jacinta hatte hier in Fatima eine Vision: Sie hat den Hl. Vater auf den Knien gesehen, weinend, während man von draußen Steine auf ihn warf. Was sind diese Steine anderes als die Kritiken, die Anklagen, Proteste und der Widerspruch innerhalb der Kirche gegen den Papst?
So bitte ich Dich, Mutter, diesen so gefährlichen Götzen zu zerstören.
Hier knie ich vor Dir und bitte meine lieben Brüder Bischöfe: Tretet das Blut Jesu nicht mit Füßen! Seid immer mehr mit dem Papst vereint!
Meine Priesterbrüder, bleibt in Einheit mit den Bischöfen und mit dem Papst!
Meine lieben Gläubigen, bleibt immer mit euren Priestern verbunden, verlasst sie nicht, helft ihnen und bleibt in Einheit mit den Bischöfen und dem Papst verbunden!
Dann wird die Einheit der Kirche wieder aufblühen, erneuert, geheiligt, erleuchtet von deinem Unbefleckten Herzen, o Mutter der Kirche!
+ + +
Hier in Fatima hast Du mich 1972 zu diesem Werk berufen und mir die Aufgabe anvertraut, überall hin zu gehen, um alle Priester einzuladen, sich Deinem Unbefleckten Herzen zu weihen. Ich habe diese Deine Mission in diesen Jahren erfüllt, habe 1.500 Flüge und viele andere Reisen im Auto und Zug gemacht. Ich bin mehrmals in die fünf Kontinente gereist, damit meine Priesterbrüder die Weihe an Dein Unbeflecktes Herz vollziehen. Die Mehrzahl von ihnen ist bereits im Paradies und viele andere sind noch auf dieser Erde.
Aber in diesem Jahr ist etwas Besonderes geschehen: Am 12. Mai hat der Hl. Vater Benedikt XVI. hier vor Dir, in der Cova da Iria, alle Priester der Welt Deinem Unbefleckten Herzen geweiht. Mit dieser Weihe scheint meine Aufgabe abgeschlossen und mein Weg beendet zu sein. Vielleicht ja, ein Teil... der Weg, den ich zu gehen hatte, um die Menschen zur Weihe zu führen.
Heute jedoch muss ein neuer, noch wichtigerer Weg eingeschlagen werden, der Weg der gelebten Weihe.
Wenn wir die Weihe leben, wird unser Leben von Deiner mütterlichen Liebe verwandelt und wir selbst werden zu Strahlen Deiner Liebe, die sich immer mehr in allen Teilen der Welt ausbreiten. Wir werden von der Liebe erleuchtet, geheiligt, umgewandelt. Denn was ist der Triumph Deines Unbefleckten Herzens letztlich anderes als der unbefleckte Triumph des Herzens? Der unbefleckte Triumph der Liebe? So versteh ich, warum der Triumph Deines Unbefleckten Herzens mit dem Triumph der Barmherzigen Liebe Jesu zusammenfällt. Mit dem Triumph der Barmherzigen Liebe senkt sich die Göttliche Barmherzigkeit wie Tau herab, um die Härte und Unfruchtbarkeit dieser Menschheit durch die Liebe neu zu beleben. Sie wird in der Liebe und durch die Liebe erneuert werden, und so wird eine neue Zivilisation beginnen: die Zivilisation der Liebe!
Lass uns diese Weihe leben, o Unbeflecktes Herz Mariä! Mache uns zu leuchtenden Strahlen Deiner mütterlichen Liebe!
O Madonna von Fatima, wir schauen auf Dich, Du Frau mit der Sonne bekleidet, um mit Dir zum Himmel zu schauen und so zu verstehen, dass der große Tag des Herrn nahe ist, dass wir uns auf die Wiederkunft Jesu in Herrlichkeit, die strahlende Sonne der Gerechtigkeit, vorbereiten müssen, die einen neuen Himmel und eine neue Erde erstehen lässt...
Und Du, Fatima, bist das "Vorzeichen" dieser neuen Zeit!
+ + +
Unsere Liebe Frau von Fatima, ich reise ab. Ich weiß nicht, ob und wann ich wiederkehren werde. Doch auch wenn ich ferne bin, lebe ich hier! Denn Du hast mein ganzes Leben verwandelt. So sage ich mit Wehmut - gleich den Hunderttausenden von Pilgern: "Adeus! Fatima adeus!"
"Fatima adeus", aber ich bleibe immer bei Dir. Das letzte adeus werde ich im letzten Augenblick meines Lebens sagen, denn bis zu jenem letzten Augenblick bist Du, o Madonna von Fatima, meine Liebe, mein Licht, meine Hilfe, mein Trost, meine Hoffnung und vor allem meine Freude!
Gelobt sei Jesus Christus.
Die Predigt wurde nach einer Tonaufnahme geschrieben, vom Autor redigiert und übersetzt.
Don Stefano Gobbi verstarb am 29. Juni 2011, am Fest von Peter und Paul, um 15.00 Uhr - in der Sterbestunde des Herrn

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