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Verkünde das Wort
 
 
tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht
(2Tim 4,2)
 
 
 
In Treue zu unserem christlichen Glauben drängt uns der Heilige Geist oft, die Sünde und das Böse unserer Zeit ins Licht zu stellen. Wir sollen, genährt durch das Wort Gottes, die Sakramente und das beharrliche Gebet, als Kinder Gottes und als Kinder seiner Kirche unablässig das Wort des Heils verkünden, damit die Menschen demütig zu Gott zurückkehren, oder fest in ihm verankert bleiben. Es ist eine kostbare Aufgabe, die der Herr uns anvertraut, wie er es schon bei seinen Aposteln und insbesondere bei Paulus getan hat.
 
Paulus, Völkerapostel und Prophet
In seinem zweiten Brief an Timotheus, den Paulus ungefähr im Jahr 67 an seinen Schüler und geliebten Mitarbeiter schrieb, steht folgende feierliche und eindrückliche Mahnung:
2Tim 4,1-5: "Ich beschwöre dich bei Gott und bei Christus Jesus, dem kommenden Richter der Lebenden und der Toten, bei seinem Erscheinen und bei seinem Reich: Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht; weise zurecht, tadle, ermahne, in unermüdlicher und geduldiger Belehrung. Denn es wird eine Zeit kommen, in der man die gesunde Lehre nicht erträgt, sondern sich nach eigenen Wünschen immer neue Lehrer sucht, die den Ohren schmeicheln; und man wird der Wahrheit nicht mehr Gehör schenken, sondern sich Fabeleien zuwenden. Du aber sei in allem nüchtern, ertrage das Leiden, verkünde das Evangelium, erfülle treu deinen Dienst!"
 
Diese Worte richten sich an alle gläubigen Christen. Daher sehen wir in unserer heutigen Zeit mit einem vom Herrn erleuchteten Geist voller Bitterkeit (vgl. Offb 10,9-11) den Glaubensabfall vieler einstmals christlichen Nationen, die Zunahme von Scharlatanen, falschen Meistern, finsteren Heilern...Mit tiefem Schmerz stellen wir fest, dass die Menschen zum großen Teil das Evangelium und die Lehre der Kirche nicht mehr ertragen. Und dadurch erkennen wir, dass sich dieses prophetische Wort des hl. Paulus in unserer Zeit erfüllt. Die Fabeleien nehmen überhand und die Menschen sind ganz versessen darauf. Wenn sie wenigstens dem Evangelium treu blieben, hätte das nicht so tiefgreifende Konsequenzen. Aber das Unglück besteht darin, dass sie das Heil, das Gott in Jesus Christus schenkt, ablehnen und sich freiwillig voller Egoismus und in völliger Verirrung Fälschern zuwenden, lügnerischen Menschen, die keinerlei göttliche Gnade besitzen.
 
In dem Jahr, in dem die Kirche besonders dem Apostel Paulus gewidmet hat, war es uns ein besonderes Anliegen, dem Geist seiner Briefe treu zu sein und die Anrufe zu erkennen, die Gott durch ihn an die Kirche aller Zeiten richtet. Und wie wir wissen, fordert uns der Herr auf, allezeit zu wachen und zu beten (vgl. Mt 24,42; 25,13; Lk 21,36).
 
Warum wachen und beten?
Um im Glauben und in der Gottesliebe fest zu bleiben, um uns vorzubereiten und uns nicht zu verirren. Jeden Tag sehen wir deutlicher, wie Menschenscharen in die Irre gehen und sich über alles beklagen; wir sehen die Sackgasse der weltweiten Politik, wir sehen, wie der Frieden weicht und überall Hass und Konflikte gedeihen. Hören wir daher aufmerksam auf Gottes Wort, das Licht ist auf unserem Weg in einer immer finsteren Welt, denn die Menschen weisen den Herrn mehr zurück als jemals zuvor.
 
Ob man es hören will oder nicht...
In Gott gibt es keine Furcht. Durch seinen allmächtigen Geist öffnet Gott unser Herz und unsere Augen; er schenkt uns den erforderlichen Mut, um zu sprechen und zu helfen, um zur Heiligung und zum ewigen Heil zu führen. Es gibt überall Gerechte und Menschen guten Willens. Wir sollen sie erleuchten, damit sie nicht in die Irre gehen und sich verlaufen. Und um das zu tun, sollen wir uns mit Liebe, Barmherzigkeit, Geduld wappnen, aber auch mit der erforderlichen Ernsthaftigkeit und Treue gegenüber dem göttlichen Wort, das unser ganzes Leben durchtränken soll. Es ist in der Kirche in allem unser Bezugspunkt. Predigen, was man hören soll, bedeutet, die Veränderungen, die Entwicklungen unserer Welt, unserer Zeit, zu betrachten und zu erkennen, was gut, was fruchtbringend und konform mit dem göttlichen Willen ist. Wir können uns den Fortschritt nicht entziehen und jeder von uns nutzt ihn übrigens täglich. Aber wir müssen natürlich als vernünftige Menschen handeln, die sich im Herrn nach dem Guten ausrichten. Predigen, was man hören soll, bedeutet auch, zu ermutigen und anzuerkennen, was die heutige Welt an Gutem für die Menschheit und für jeden Einzelnen leistet. Fortschritt ohne Gott, ohne echte Menschenliebe führt aber in die Katastrophe. Und da wird es ganz deutlich schwieriger und gefährlicher. Was können wir also in diesem Sinne sagen? Zunächst, dass alle vertrauende Hingabe an Gott zum ewigen Heil führt, während es ins ewige Unglück führt, wenn man Gott verlässt. Man kann alles verlieren.
Mehrere Völker haben Jesus verworfen, weil sie von großen Utopien, von unheilvollen Illusionen in die Irre geführt wurden. Wie in Babel (vgl. Gen 11) wollen sie alleine bauen, sie wollen Frieden, Wohlstand, Sicherheit. Ernten werden sie jedoch - in Übereinstimmung mit den prophetischen Worten des hl. Paulus (vgl. 1Thess 5,3) und man möge sich dieser Worte erinnern - Verderben, Katastrophen, wachsende Unsicherheit, weil sie den Retter abgelehnt und Seine Kirche verfolgt haben. Wir haben in der jüngeren Vergangenheit gesehen, wohin die atheistischen und heidnischen Regime wie der Kommunismus (in der vormaligen UdSSR), der Nationalsozialismus geführt haben...Zerstörungen, Kriege, Verfolgungen, Holocaust, unermessliches Leid, Millionen Tote. Der Glaubensabfall bringt immer verdorbene, vergiftete Früchte hervor. Auch aus diesem Grund sollen wir unermüdlich und mit Geduld zu Buße, zu Bekehrung, zum Glauben mahnen, der den Menschen befreit und ihn in die Wahrheit und Liebe (vgl. Mt 3,1; 4,17) führt. Die Kirche ist da, um die Menschen zu leiten, aber leider üben manche ihrer Mitglieder schmählichen Verrat an ihr. Die Kirche soll handeln, damit diejenigen ihrer Mitglieder, die sie nicht lieben, fortgehen, wie es der Fall bei einigen Jüngern war, die Jesus verließen (vgl. Joh 6,64-66). Die Kirche soll das Schlechte aus ihrer Mitte verbannen, wie es der hl. Paulus fordert (vgl. 1 Kor 5,13; 15,33). Denn wenn sie dies nicht mutig tut, führt es zu noch schmerzlicheren Situationen als vorher. So haben beispielsweise pädophile Priester mit verderblichen Sitten und andere, die sich gegen die heilige Lehre auflehnen, nichts in der Kirche zu suchen. Sie sollen sie verlassen, denn sie respektieren sie nicht und sie hören hartnäckig nicht auf den Herrn. Wenn man sie einfach schalten und walten lässt, führt das zu unausdenkbaren Situationen, in denen die Kirche genötigt ist, ihren Besitz, ja sogar Klöster zu verkaufen, um die Opfer zu entschädigen. So war es unlängst in den Vereinigten Staaten zu sehen: Enorme Beträge von mehreren Millionen Dollars mussten gezahlt werden...Mehr denn je ist die Kirche daher in der heutigen Zeit zu Klugheit und Vorsicht aufgerufen. Sie muss die Reben im Weinberg überall beschneiden, wo dies notwendig ist, damit sie mehr Früchte tragen. Sie soll sich schön machen (vgl. Offb 19,7) und die tückischen, immer zahlreicheren Fallen meiden, die ihr von der Welt unablässig gestellt werden. Die Assenstehenden stören und reizen die Kirche bei Themen wie Abtreibung, Euthanasie, Empfängnisverhütung, usw., obwohl sie deren Position genau kennen. Sie tun es mit dem Ziel, als Ankäger nach dem Vorbild des Widersachers aufzutreten. Die Kirche muss auf die Provokationen der Heiden, die weder zu ihr gehören, noch auf sie hören, nicht antworten. Die Menschen, die vom Glauben abgefallen oder feindlich gesonnen sind, und auch andere Menschen möchten, dass die Kirche sie in ihrer Verirrung, ihrer Verrücktheit unterstützt. Das kann jedoch nicht sein! Daher muss sich die Kirche auf ihrem Weg in die Wüste mit Klugheit wappnen, wachsam bleiben und sich mehr denn je vor der Welt hüten.
2Tim 2,16f: "Gottlosem Geschwätz geh aus dem Weg; solche Menschen geraten immer tiefer in die Gottlosigkeit, und ihre Lehre wird um sich fressen wie ein Krebsgeschwür".
1Tim 5,8: "Wer aber für seine Verwandten, besonders für die eigenen Hausgenossen, nicht sorgt, der verleugnet damit den Glauben und ist schlimmer als ein Ungläubiger".
Predigen, wenn man es nicht hören will: Ja! Um den Menschen zu helfen, ihre Augen zu öffnen und sich um ihres gegenwärtigen und ewigen Heiles willen zu bekehren. Wenn man wirklich glaubt, ist das Leben glücklich und voll unbezwingbarer Hoffnung auf den Herrn.
Eine Woche ohne Gott - insbesondere Frankreich als erstgeborene Tochter der Kirche - läuft ihrem Verderben entgegen. Alle ökonomischen Gefüge, die Banken, das Geldwesen, die Spekulationen werden erschüttert werden. Es wird einen allgemeinen Zusammenbruch geben, deren erste Anfänge die Welt schon erlebt hat. Der Höhepunkt der Krise wird die von Panik erfassten Menschen überraschen. Die überschuldeten Nationen, die ihrem Untergang entgegengehen, werden davon mehr betroffen sein als die anderen. Sie werden nichts mehr zahlen können...Dann wird es überall (vgl. Lk 21,5-36 und - es ist gut diese Texte noch einmal in Ruhe zu lesen - 2Tim 4,1: "kai tèn epiphaneian autou" wörtlich: "und durch seine Manifestation". Dieser Begriff passt besser als der Begriff "Erscheinung". Jesus Christus wird sich allen Menschen zeigen. Deshalb schreibt der Apostel Johannes in der Geheimen Offenbarung (1,7): "jedes Auge wird ihn sehen".) zu Aufständen kommen, zu Katastrophen, zu furchtbaren Bürgerkriegen, zu Armut und Not in den einstmals christlichen und wohlhabenden Nationen. Die Menschen werden die Ergebnisse ihrer Verirrungen spüren. Aber wo sind die vom Glauben erleuchteten Menschen? In Frankreich gibt es beispielsweise zehn Prozent christliche Gläubige, von denen fünf Prozent praktizieren, es gibt dort zehn weitere monotheistische Religionen und achtzig Prozent bilden eine bunte Mischung (Atheisten, Heiden, Agnostiker, Orientalen aller Arten). Die Menschen verlassen den Herrn und wundern sich dann, dass alles schief läuft. Sie verlassen die Quelle lebendigen Wassers und trinken vom vergifteten Wasser, das die Welt ansteckt. Sodann nehmen blinde Wut, Manifestationen, Streiks, Aufruhr, Unverständnis, Ungerechtigkeit, usw. immer mehr Raum ein. Die Menschen verstehen nichts mehr, sie leben in der Angst der Gottlosen und beklagen sich. Sie setzen die Anbetung ihrer Idole fort und lehnen den wahren Gott ab (vgl. Offb 9,20). Sie küren sich einen falschen Erlöser, einen ruchlosen Tyrannen (vgl. 2Thess 2,2-12), der sie durch Zauberein verhext; es kommt zu einem vorübergehenden, illusorischen Erfolg, der sie anschließend in die endgültige Katastrophe führt. Das vom Glauben abgefallene Europa ist, so wie es sich entwickelt hat, vor einem solchen Schicksal nicht gefeit. Es hat viele Menschen betört. Sogar seine berühmte Fahne, die, wie ich schon vor langer Zeit gesagt habe, sich die heilige Krone Marias (Offb 12,1) aneignete, hat sich schon verändert...Nichts ist verborgen, das nicht offen zutage treten wird. Im Interesse aller ist es dringlich erforderlich, dass die Menschen, und zwar besonders in Europa, wieder demütig zum Herrn zurückkehren und dies auch durch beständiges Tun und durch Eifer im Glauben zeigen.
 
Die Hoffnung unseres Glaubens
Wir haben unsere Hoffnung im Herrn und glauben fest an das ewige Leben bei Gott. Das ist unser Glaube und er ist unerschütterlich und unzerstörbar. Aber wir wissen auch, dass nach der großen Prüfung und den schmerzhaften Geburtswehen eine neue Zeit einbrechen wird, die nahe bevorsteht. Die Irrtümer werden hinweg gefegt. Die Menschen werden zu einem schlichteren Leben zurückkehren, in größerer Nähe leben und vor allem werden sie den Sieg des Herrn erleben. Jesus und Maria werden geliebt werden und in den Herzen herrschen. Es wird eine neue Zeit sein, in der der katholische Glaube wieder aufersteht wie es schon einst in der Geschichte der Fall war. Der Heilige Geist wird auf der ganzen Welt Wunder wirken und vor den Menschen, die für eine recht lange Zeit im Frieden leben werden, wird sich eine neue Welt enthüllen. Es wird eine Renaissance von allem, was schön, heilig, von Gott inspiriert ist, geben. Die Kirche wird, erleuchtet vom himmlischen Licht, schön sein und auf der Erde wird sich wieder Wohlergehen ausbreiten.
(Jacques Magnan)
 

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