Willkommen

 

Weisungen und Dogmen

Gebote sind Wegweiser
zum guten Leben und Zusammenleben.
Jesus sagt:
"Wenn Du aber das Leben erlangen
willst, halte die Gebote!"
 
 
 
 
Gewissen und Gebote
 
Ohne allgemeinverbindliche Grundnormen ist kein Leben möglich, das diesen Namen verdient. Lüge zum Beispiel zerstört Vertrauen, nährt Misstrauen, Unsicherheit, Verdacht. Faulheit geht zu Lasten anderer. Diebstahl und Gewalt unterdrücken andere, Ehebruch zerstört Familien und das Glück von Menschen.
 
Weil Gott die Menschen liebt, hat er ihnen Hilfen der Orientierung geschenkt. Die erste und entscheidende Orientierungshilfe ist das Gewissen. Christen nennen dieses Gewissen gelegentlich "Stimme Gottes" in uns. Sie warnt vor Falschem und spornt zum Guten an. Das "schlechte Gewissen" mahnt zur Umkehr und Wiedergutmachung. Dieses Organ kann beschädigt, verbogen und unterdrückt werden. Menschen können sich täuschen und auch selbst belügen. Wie hoch die Kirche den Wert des Gewissens schätzt wird dadurch deutlich, dass sie absoluten Gehorsam gegenüber einem Gewissensspruch fordert selbst angesichts der Möglichkeit solcher (Selbst-) Täuschungen.
 
Darum stellt Gott dem subjektiven Gewissen Gebote und Normen als Orientierungshilfe und Massstab zur Seite. Solche Normen schränken nicht das Leben ein, sondern Selbstsucht und Gleichgültigkeit. Sie öffnen die Augen für die Bedürfnisse, Rechte und Ansprüche der Menschen neben uns. Sie weisen auf das hin, was gut für mich selbst und meinen Nächsten ist. Gewissen und Normen sind daher keine Gegensätze, sondern einander notwendige Ergänzungen. Beide haben in Gott ihre gemeinsame Quelle. Gebotsgehorsam ohne Gewissenseinsicht und innere Zustimmung ist ebenso falsch wie die Berufung auf das Gewissen, das sich an keinen objektiven Normen orientiert. Solche Weisungen sind zum Beispiel in den Zehn Geboten der Bibel enthalten, die Gott am Berg Sinai durch Mose seinem Volk Israel für alle Menschen gegeben hat.
 
 
Das Gebot der Liebe
 
Jesus hat alle Weisungen Gottes in einem einzigen Gebot zusammengefasst:
 
"Du sollst den Herrn Deinen Gott lieben mit Deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen Seele und deinen Nächsten wie dich selbst."
 
In diesem "Nächsten" sind auch die "Feinde" eingeschlossen. Alle anderen Weisungen sind Ausfaltungen dieses Liebesgebotes. Am Anfang steht die Liebe Gottes zum Menschen; daraus folgt die Nächstenliebe, deren Massstab ist die Liebe zu sich selbst.
 
Sich selbst lieben?
 
Das ist kein Egoismus, denn die Eigenliebe ist gebunden an die Nächsten- und die Gottesliebe. Nur wer sich selbst mag, kann auch andere mögen. Wer im Leben keine Liebe erfahren hat, tut sich schwer, seinerseits Liebe zu verschenken. Menschen, die zu Selbsthass und Selbstverneinung neigen, sind auch anderen gegenüber missgünstig gesonnen.
 
Kraft zu lieben
 
Der christliche Glaube sagt: Auch wo menschliche Liebe fehlt, auch da wo ein Mensch durch eigene Schuld auf die schiefe Bahn geraten ist, bleibt die Liebe Gottes zu ihm bestehen. Das entlastet und befreit vom Zwang zum Egoismus. Ich muss nicht zuerst an mich denken: Das tut Gott bereits. Daraus wächst Kraft und Gelassenheit, auf andere Menschen, selbst auf meinen Feind, zuzugehen.
 
Kann man alle lieben?
 
Das Gefühl der Liebe lässt sich nicht erzwingen. Ein solches Gefühl meint Jesus auch nicht. Vielmehr ist die Liebe eine Frage der Einstellung und des Willens, jedem Menschen das ihm Zustehende zu gewähren, sich für sein Recht und Wohlergehen einzusetzen und ihn vor jedem Schaden zu bewahren und ihn als Menschen zu bejahen und anzunehmen.
 
Von dieser Liebe darf grundsätzlich niemand ausgegrenzt werden, nicht der Fremde, der Unsympatische, der Feind. So antwortet der Mensch am besten auf die Liebe, die ihm - wie allen anderen auch - von Gott geschenkt ist. Jesus ist dieser Gedanke so wichtig, dass er den Nächsten mit sich selbst gleichsetzt:
 
 
"Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan" und "Wie kann einer Gott lieben, den er nicht sieht, wenn einer den Nächsten nicht liebt, den er sieht?"
 
Gelebte Nächstenliebe
 
 
Darum ist die praktizierte Nächstenliebe ein Grundlebensvollzug des Glaubens und der Kirche. Die organisierte Sorge für den Nächsten in der katholischen Kirche nennt man die Caritas.
 
Allein in der Bundesrepublik betreut die Caritas täglich über eine Million Menschen. Weit über 100 000 hauptamtliche Mitarbeiter, Laienhelfer und Ordensleute helfen Kranken und Alten, organisieren Familien- und Kinderfreizeiten, bieten Müttererholungen, Kindergärten und Horte an, betreuen Jugendwohnheime, Fürsorge und Erziehungsheime, bieten Obdachlosen und Asylanten Heim und Unterkunft. Dazu kommen die grossen Hilfswerke Adveniat, Misereor und Renovabis, die Spendenaufkommen in Milliardenhöhe an arme Bevölkerungsgruppen weltweit weiterleiten und Projekte der Entwicklungshilfe finanzieren.
 
Dogmen
 
Christlicher Glaube gründet auf der Offenbarung Gottes. Darum gibt es unverrückbare Wahrheiten, die aus dieser Offenbarung abgeleitet sind. Solche Glaubenssätze nennt man Dogmen. Für Katholiken sind diese - genauso wie die Gebote - keine Bevormundungen oder Einschränkungen, sondern Haltepunkte ihres Glaubens. Wenn Gott sich offenbart, will er klare Orientierung geben, Licht in die Grundfragen des Lebens bringen. Menschen sollen sich an etwas halten können. Auf einem schwankenden, sumpfigen Grund kann man kein Leben bauen.
 
Diese festen Haltepunkte des Glaubens, die Dogmen, können gleichwohl im Laufe der Zeit besser verstanden werden, ihr Verständnis kann sich weiterentwickeln; aber der Glaube kann sich nicht in seinem festen Kernbestand ändern. Gott spricht nicht heute so und morgen anders. Gott kann sich nicht selbst widersprechen. Deshalb hat Jesus der Kirche seinen Geist als bleibenden Beistand versprochen, "der sie in alle Wahrheiten einführen wird."
So garantiert Jesus selbst die unverfälschte Weitergabe der Botschaft des Glaubens durch die Zeit.
 
 
 

Musik    



nach oben